9. - 11. Juni 20206: GenDiMedNet auf der World Design Capital Frankfurt
09.-11.06.2026: GenDiMedNet auf der World Design Capital Frankfurt 2026
Im Rahmen der World Design Capital 2026 veranstaltete das international Gender Design Network (iGDN) vom 9. bis 11. Juni im Museum Angewandte Kunst Frankfurt die Reihe „Falling in Love with All Genders" – mit Ausstellung, Workshops und einer Dialogwerkstatt. Das GenDiMedNet war mit zwei Beiträgen vertreten: einem Vortrag von Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione und einem Workshop von Claudia Herling. Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione referierte über geschlechtersensible Medizin und den Einsatz von Designmethoden in medizinischen Kontexten – ein Ansatz, der in der medizinischen Ausbildung und Versorgung bislang wenig etabliert ist. Sie erläuterte, wie gestalterische Verfahren genutzt werden können, um Versorgungskonzepte partizipativ, inklusiv und diversitätssensibel zu entwickeln.
Claudia Herlings Workshop „Designing Care Futures: Wie gestalten wir gendersensible Gesundheitsprodukte?“ am 9.6. beleuchtete exemplarisch die Themen Schmerzwahrnehmung, Kardiologie und Endometriose mit geschlechtersensiblem Fokus. Dazu diskutierten die Teilnehmenden zwei übergreifende Fragen: Wie entstehen Gender-Biases in digitalen Gesundheitsprodukten? Und wie könnten zukünftige Szenarien für gendersensible Gesundheitsprodukte aussehen?
Das Herzstück der Veranstaltung bildete die Dialogwerkstatt am 10. Juni, in der zahlreiche Referent*innen verschiedene Perspektiven auf das Verhältnis von Gender und Design vorstellten und diskutierten. Die Medizin diente dabei als zentrales Praxisbeispiel, um aufzuzeigen, wie Design, Geschlecht und medizinische Forschung, Lehre und Versorgung zusammenhängen. Der Austausch machte deutlich, wie notwendig interdisziplinäre Ansätze sind, die Geschlechterforschung, Design und Medizin verbinden. Für GenDiMedNet ist die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ein zentraler Bestandteil der Netzwerkarbeit, um über die eigenen Projektgrenzen hinaus in Austausch mit externen Communities zu treten. Dass Organisation und Workshop-Leitung hier in einer Person zusammenkamen – Claudia Herling ist zugleich iGDN-Vorsitzende und GenDiMedNet-Mitarbeiterin –, verdeutlicht, welche Synergien entstehen können, wenn Netzwerke personell ineinandergreifen.

