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GenDiMedNet

CaMilla: Geschlechtersensible Herzinfarkt-Nachsorge

Intelligente Plattform für die personalisierte Nachsorge nach einem Herzinfarkt

Projektleitung
Christopher Schwinn
Laufzeit
11/2025 - 10/2028
Kontakt
christopher.schwinn@equeo.de

Projektbeschreibung

Herzinfarkte gehören in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Jedes Jahr sind rund 200.000 Menschen betroffen, etwa 45.000 Fälle verlaufen tödlich. Mit einer alternden Bevölkerung wird die Zahl der Menschen, die nach einem Herzinfarkt auf eine gute und langfristige Nachsorge angewiesen sind, weiter zunehmen. Dabei werden besonders ältere Menschen vor Herausforderungen gestellt. Viele haben neben dem Herzinfarkt weitere Erkrankungen, müssen unterschiedliche Medikamente einnehmen und benötigen Unterstützung dabei, ihre Gesundheit langfristig im Blick zu behalten. Gleichzeitig werden geschlechtsspezifische Unterschiede in der medizinischen Versorgung bislang nicht ausreichend berücksichtigt: Frauen und Männer können sich beispielsweise hinsichtlich Symptomen, Krankheitsverläufen und Therapiebedarf unterscheiden. Hier setzt das Projekt CaMilla an.

CaMilla entwickelt ein intelligentes digitales Case-Management-System, das die kardiologische Nachsorge älterer Menschen nach einem akuten Herzinfarkt verbessern soll. Ziel ist eine Versorgung, die individueller auf die Bedürfnisse und Risiken jedes einzelnen Menschen eingeht – und dabei Alter und Geschlecht berücksichtigt.

Wie funktioniert CaMilla?

Das System führt unterschiedliche Gesundheitsinformationen zusammen und analysiert sie unter Berücksichtigung alters- und geschlechtsspezifischer Besonderheiten. Auf dieser Grundlage können sogenannte digitale Zwillinge erstellt werden. Dabei handelt es sich um digitale Abbildungen der individuellen gesundheitlichen Situation einer Patientin oder eines Patienten. Sie ermöglichen es, mögliche Krankheitsverläufe zu simulieren und individuelle Risiken oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

So können medizinische Fachkräfte dabei unterstützt werden, die Nachsorge stärker auf die einzelne Person zuzuschneiden. Eine weitere Besonderheit ist die natürliche Sprachassistenz: Nutzerinnen und Nutzer können per Sprache mit dem KI-basierten System interagieren. Dadurch sollen digitale Hürden reduziert und auch ältere Menschen dabei unterstützt werden, digitale Angebote einfach und selbstständig zu nutzen.

Gemeinsam entwickelt – für die Menschen, die es nutzen

CaMilla setzt auf eine konsequent nutzerzentrierte und partizipative Entwicklung. Betroffene, medizinische Fachkräfte und weitere Expertinnen und Experten werden in die Entwicklung, Optimierung und Evaluation des Systems einbezogen. Denn digitale Lösungen können nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren. Auch der Datenschutz spielt dabei eine zentrale Rolle: Die Entwicklung und Nutzung des Systems erfolgt unter besonderer Berücksichtigung datenschutzkonformer Lösungen.

Perspektiven für eine geschlechtersensible Gesundheitsversorgung

CaMilla soll zeigen, wie intelligente digitale Technologien dazu beitragen können, die Nachsorge nach einem Herzinfarkt individueller, frühzeitiger und geschlechtersensibler zu gestalten. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Lösungen sollen perspektivisch in die kardiologische Versorgung integriert und auch auf andere medizinische Fachbereiche übertragen werden. Damit eröffnet CaMilla neue Möglichkeiten für Gesundheitsdienste, Krankenkassen und Anbieterinnen und Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen, die Versorgung zu verbessern, Ressourcen gezielter einzusetzen und geschlechtersensible Medizin im Versorgungsalltag der Herzinfarkt Nachsorge zu stärken

Projektinformation

Verbundkoordinator equeo GmbH, Berlin Christopher Schwinn

Partner August-Wilhelm Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH, Saarbrücken Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité Mitte - Institut für Medizinische Informatik München Klinik gGmbH - Klinikum Neuperlach - Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, München ki elements GmbH, Saarbrücken

Volumen 2,07 Mio. € (davon 80% Förderanteil durch BMFTR)

Laufzeit 11/2025 - 10/2028

Bekanntmachung Interaktive Technologien für eine geschlechtsspezifische Gesundheit (GeGe)

Das Team