
GeGe4Nephro: Prognosemodell für de Nephrologie
- Projektleitung
- Dr. Matthieu-P. Schapranow
- Laufzeit
- 11/2025 - 10/2028
- Kontakt
- schapranow@hpi.de
Projektbeschreibung
Eine Nierentransplantation kann lebensrettend sein. Doch auch nach einer erfolgreichen Transplantation können schwerwiegende Komplikationen auftreten. Bislang werden geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Behandlung chronischer Nierenerkrankungen und nach einer Nierentransplantation nur unzureichend berücksichtigt. Frauen gelangen trotz vergleichbar schwerer Erkrankung, einer höheren Sterblichkeit während der Dialysezeit und einer besseren Prognose nach einer Transplantation seltener auf die Warteliste für eine Spenderniere. Gleichzeitig unterscheiden sich Risiken und Krankheitsverläufe zwischen Frauen und Männern.
Hier setzt das Forschungsprojekt GeGe4Nephro an. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Risikofaktoren für Komplikationen nach einer Nierentransplantation besser zu verstehen und daraus neue Möglichkeiten für eine individuellere und geschlechtersensible Versorgung zu entwickeln.
Wie funktioniert GeGe4Nephro?
Das Projekt untersucht, welche geschlechtsspezifischen Faktoren das Risiko für Komplikationen nach einer Nierentransplantation beeinflussen. Eine besondere Herausforderung ist das erhöhte Risiko für Krebserkrankungen: Menschen nach einer Transplantation haben aufgrund der notwendigen Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko. Die Forschenden analysieren deshalb umfangreiche historische Transplantationsdaten und untersuchen genetische und epigenetische Merkmale. Dabei suchen sie nach Biomarkern, die Hinweise auf ein erhöhtes individuelles Risiko geben können.
Auf dieser Grundlage entwickeln sie ein KI-basiertes Prognosemodell, das medizinisches Fachpersonal dabei unterstützt, individuelle und geschlechtsspezifische Risiken besser einzuschätzen. Die Technologie soll dabei helfen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und daraus passende Präventions- und Nachsorgemaßnahmen abzuleiten.
Gemeinsam entwickelt für eine geschlechtersensible Transplantationsmedizin
GeGe4Nephro verbindet unterschiedliche Expertisen aus Medizin, Transplantationsforschung, Genetik, Molekularbiologie, Künstlicher Intelligenz und Ethik. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Universitätsklinikum Leipzig bringen klinische Expertise und Transplantationsdaten ein. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg verantwortet ethische Fragestellungen, während das Hasso Plattner Institute seine Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz einbringt. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Labor Pachmann GmbH ergänzen das Konsortium durch genetische, epigenetische und molekularbiologische Expertise. Darüber hinaus arbeitet das Projekt mit einem internationalen Netzwerk aus Patientinnen- und Patientenvertretungen, Ärztinnen und Ärzten, Transplantationszentren, Forschung und Industrie zusammen.
Das entwickelte Prognosemodell wird in einen interaktiven klinischen Demonstrator integriert. Dieser ermöglicht es, die Technologie unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben und gemeinsam mit potenziellen Anwenderinnen und Anwendern weiterzuentwickeln.
Perspektiven für eine individuellere Transplantationsmedizin
GeGe4Nephro soll dazu beitragen, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Nierenerkrankungen und nach Transplantationen besser sichtbar zu machen und in konkrete Verbesserungen für die Versorgung zu übersetzen. Durch die frühzeitigere Erkennung individueller Risiken könnten künftig passgenauere Präventions- und Nachsorgemaßnahmen entwickelt werden. Der klinische Demonstrator bildet zudem eine Grundlage für die weitere Evaluation, Verwertung und mögliche Anschlussprojekte.
GeGe4Nephro verbindet klinische Daten, moderne Biomarkerforschung und Künstliche Intelligenz – für eine Transplantationsmedizin, die geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt und Risiken individueller einschätzen kann.
Projektinformationen
Verbundkoordinator Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH, Potsdam Dr. Matthieu-P. Schapranow
Partner Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité Mitte - Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg - Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie - Institut für Systematische Theologie - Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik) Justus-Liebig-Universität Gießen - FB 08 - Biologie und Chemie - Institut für Genetik Labor Pachmann GmbH & Co. KG, Bayreuth Universitätsklinikum Leipzig - Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie und Rheumatologie
Volumen 1,47 Mio. € (davon 97% Förderanteil durch BMFTR)
Laufzeit 11/2025 - 10/2028
Bekanntmachung Interaktive Technologien für eine geschlechtsspezifische Gesundheit (GeGe)
