
ISES: Schlafmonitoringsystem bei Schlafstörungen
Geschlechtsspezifische Schlafstörungen frühzeitig erkennen
- Projektleitung
- Marius Khan
- Laufzeit
- 11/2025 - 10/2028
- Kontakt
- khan@aviselabs.de
Projektbeschreibung
Schlafstörungen können bei Frauen und Männern unterschiedliche Symptome hervorrufen. Das gilt auch für das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS), bei dem wiederholte Atemaussetzer den Schlaf unterbrechen. In Deutschland sind schätzungsweise 6 bis 12 % der Menschen betroffen, ältere Menschen häufiger als jüngere. **Gerade bei Frauen bleibt OSAS häufig unerkannt. **Während bei Männern typische Symptome wie starkes Schnarchen und beobachtete Atemaussetzer im Vordergrund stehen können, leiden Frauen häufiger unter Erschöpfung, Schlaflosigkeit oder morgendlichen Kopfschmerzen. Die Beschwerden werden dadurch möglicherweise anderen Ursachen wie Stress, Depressionen oder der Menopause zugeschrieben. Ein besseres Verständnis dieser geschlechtsspezifischen Unterschiede könnte dazu beitragen, Fehldiagnosen zu vermeiden und Betroffene früher gezielt zu behandeln. Denn ein unerkanntes oder unzureichend behandeltes OSAS kann langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöhen. Hier setzt das Forschungsprojekt ISES an: Ziel ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede bei OSAS besser zu verstehen und die Grundlage für eine frühere und individuellere Diagnostik und Behandlung zu schaffen.
Wie funktioniert ISES?
Das Projekt entwickelt ein KI-basiertes Schlafmonitoringsystem, das wichtige Körperfunktionen während des Schlafs erfasst. Eine kontaktlose Radartechnik misst unter anderem Atmung und Herzschlag. Ergänzend kommt ein besonders hautfreundliches und kaum spürbares EEG-System zum Einsatz. Sensoren und ein miniaturisierter Verstärker ermöglichen dabei eine möglichst komfortable Messung. Die erhobenen Daten werden digital ausgewertet und mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert. So wollen die Forschenden besser erkennen, wie sich OSAS bei Frauen und Männern unterscheidet und welche Merkmale für eine geschlechtsspezifische Diagnostik relevant sind.
Gemeinsam entwickelt für die hausärztliche Versorgung
ISES legt besonderen Wert darauf, das System gemeinsam mit den Menschen zu entwickeln und zu erproben, die es später nutzen sollen. Dafür werden entsprechende Demonstratoren und Versorgungsprozesse in der hausärztlichen Versorgung getestet. So können die Forschenden zusätzliche Daten für die Erforschung von OSAS gewinnen und gleichzeitig untersuchen, wie ein KI-gestütztes Schlafmonitoring sinnvoll in den hausärztlichen Alltag integriert werden kann.
Perspektiven für eine frühzeitige und individuelle Diagnose
Ein besseres Verständnis der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei OSAS kann dazu beitragen, Fehl- und Unterdiagnosen zu reduzieren und Betroffene früher gezielt zu behandeln. Langfristig sollen die Erkenntnisse eine individuellere und geschlechtersensible Versorgung ermöglichen und dazu beitragen, gesundheitliche Folgen eines unerkannten oder unzureichend behandelten Schlafapnoesyndroms zu vermeiden. ISES verbindet innovative Sensortechnik und Künstliche Intelligenz mit geschlechtersensibler Forschung – für eine Schlafdiagnostik, die Frauen und Männer besser berücksichtigt.
Projektinformation
Verbundkoordinator avisé labs GmbH, Dortmund Marius Khan
Partner Brain Products GmbH Soft- und Hardware für neurophysiologische Forschungsanwendungen, Gilching Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften - Department für Versorgungsforschung - Abt. Allgemeinmedizin Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) - Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA, Oldenburg Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum - Zentrum für Innere Medizin - Sektion für Geschlechtersensible Medizin und Prävention
Volumen 1,51 Mio. € (davon 89% Förderanteil durch BMFTR)
Laufzeit 11/2025 - 10/2028
