
GeDiMed: Geschlechtersensible Blutdrucktherapie
Digitale Anwendung zur Behandlung individueller Beschwerden bei Bluthochdruck.
- Projektleitung
- Prof. Dr. Gertraud Stadler
- Laufzeit
- 11/2025 - 10/2028
- Kontakt
- gertraud.stadler@charite.de
Projektbeschreibung
Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und betrifft viele Menschen weltweit. Zwar gibt es wirksame Medikamente zur Behandlung, doch die Therapie funktioniert nicht bei allen Betroffenen gleich gut. Etwa die Hälfte der Menschen setzt ihre Blutdruckmedikamente bereits im ersten Jahr ab oder nimmt sie nicht regelmäßig ein.
Dabei spielen unter anderem Alter, Geschlecht, Herkunft und individuelle Lebensumstände eine Rolle. Frauen berichten beispielsweise häufiger über Nebenwirkungen von Blutdruckmedikamenten als Männer. Solche Unterschiede können dazu führen, dass Medikamente unregelmäßig eingenommen oder ganz abgesetzt werden. Hier setzt das Projekt GeDiMed an.
Der Name steht für Geschlechts- und diversitätssensibles Monitoring und Optimieren von Medikamentenwirkung und -nebenwirkung am Beispiel von Bluthochdruck. Ziel des Projekts ist es, eine digitale Anwendung zu entwickeln, die dabei unterstützt, Blutdrucktherapien individueller und besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Person abzustimmen.
Wie funktioniert GeDiMed?
Die digitale Anwendung erfasst wichtige Informationen rund um die Behandlung – darunter Blutdruckwerte, Medikamenteneinnahme und persönliches Wohlbefinden. Diese Informationen werden strukturiert aufbereitet und behandelnden Fachkräften zugänglich gemacht. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und die Therapie gezielter angepasst werden. Gleichzeitig unterstützt die Anwendung die Betroffenen dabei, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen und ihre eigene Gesundheit besser im Blick zu behalten. Dabei berücksichtigt GeDiMed, dass medizinische Behandlungen nicht für alle Menschen gleichermaßen funktionieren. Unterschiede beispielsweise nach Geschlecht, Alter und Herkunft werden systematisch einbezogen. Damit soll die Anwendung zu einer stärker geschlechts- und diversitätssensiblen Versorgung beitragen.
Gemeinsam entwickelt – für die Versorgung von morgen
Betroffene und behandelnde Fachkräfte werden von Anfang an in die Entwicklung der Anwendung einbezogen. So wird sichergestellt, dass die digitale Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern sich auch an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Gleichzeitig berücksichtigt das Projekt von Beginn an ethische, rechtliche und soziale Fragen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in die Versorgungspraxis einfließen.
Perspektiven für eine personalisierte Medizin
GeDiMed zeigt, wie digitale Technologien dazu beitragen können, Unterschiede zwischen Menschen stärker in der medizinischen Behandlung zu berücksichtigen. Die entwickelte Anwendung soll perspektivisch auch auf andere Therapiebereiche übertragbar sein. Damit leistet GeDiMed einen wichtigen Beitrag zu einer personalisierten und diversitätssensiblen Medizin – einer Medizin, die Unterschiede ernst nimmt und Behandlungen besser auf den einzelnen Menschen abstimmt.
Projektinformation
Verbundkoordinator Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Virchow-Klinikum - Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM), Berlin Prof. Dr. Gertraud Stadler
Partner G.punkt GmbH, Magdeburg
Volumen 1,33 Mio. € (davon 94% Förderanteil durch BMFTR)
Laufzeit 11/2025 - 10/2028
Bekanntmachung Interaktive Technologien für eine geschlechtsspezifische Gesundheit (GeGe)
Bildergalerie
Publikationen
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