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GenDiMedNet

genderHeart: Assistenzsystem nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gendersensible Nachsorge nach einem Herzinfarkt

Projektleitung
Prof. Dr. med. Anna Lena Hohneck
Laufzeit
11/2025 - 10/2028
Kontakt
annalena.hohneck@umm.de

Projektbeschreibung

Kann unsere Stimme etwas über unseren Gesundheitszustand verraten? Forschende haben Hinweise darauf gefunden, dass bestimmte Merkmale der Stimme mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Aus solchen akustischen Merkmalen lassen sich sogenannte Stimmbiomarker ableiten. Sie könnten künftig dabei helfen, gesundheitliche Veränderungen frühzeitig und ohne invasive Untersuchungen zu erkennen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt genderHeart an. Nach einem Herzinfarkt oder einem anderen kardiovaskulären Ereignis ist das Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders im ersten Jahr erhöht. Gleichzeitig haben Frauen nach solchen Ereignissen häufig eine schlechtere Prognose als Männer. Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Symptomen, Diagnostik und Nachsorge werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt.

Wie funktioniert genderHeart?

Das Projekt entwickelt ein interaktives Assistenzsystem zur geschlechtsspezifischen Nachsorge nach kardiovaskulären Ereignissen. Patientinnen und Patienten nehmen regelmäßig kurze Sprachproben auf. Eine Künstliche Intelligenz analysiert bestimmte akustische Merkmale und berechnet daraus einen individuellen Stimmbiomarker. Veränderungen im Körper können sich auch auf die Stimme auswirken. Beispielsweise können Flüssigkeitseinlagerungen die Anatomie und Funktion der Stimmlippen verändern. Solche Veränderungen könnten Hinweise auf gesundheitliche Risiken geben. genderHeart untersucht deshalb, ob geschlechtsspezifische Merkmale der Stimme dazu beitragen können, das individuelle Risiko für erneute kardiovaskuläre Ereignisse besser einzuschätzen.

Neben den Sprachproben werden weitere Gesundheitsdaten wie Blutdruck, LDL-Cholesterin und laborchemische Werte erfasst. Die KI führt diese Informationen zusammen und unterstützt dabei, das individuelle Risiko einzuschätzen und passende Empfehlungen für die Nachsorge abzuleiten.

Gemeinsam entwickelt für eine geschlechtersensible Versorgung

Das System wird anwenderorientiert entwickelt, damit Patientinnen und Patienten es einfach in ihren Alltag integrieren können. Gleichzeitig wird die Technologie im klinischen Kontext auf ihre Wirksamkeit und praktische Nutzbarkeit hin untersucht. Ein besonderer Fokus liegt auf Frauen, die in kardiovaskulären Studien bislang häufig unterrepräsentiert sind und nach Herz-Kreislauf-Ereignissen oft eine schlechtere Prognose haben. genderHeart untersucht deshalb gezielt, wie geschlechtsspezifische Merkmale in der Risikoerkennung berücksichtigt werden können.

Perspektiven für die kardiologische Nachsorge

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, personalisierte und geschlechtersensible Nachsorgeprogramme zu entwickeln. Perspektivisch könnte die Technologie sowohl in der klinischen Versorgung als auch in telemedizinischen Anwendungen eingesetzt werden. genderHeart verbindet Künstliche Intelligenz, Stimmanalyse und kardiologische Nachsorge – mit dem Ziel, Risiken früher zu erkennen und die Versorgung von Frauen und Männern individueller zu gestalten.

Projektinformationen

Verbundkoordinator Universität Heidelberg - Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg - I. Medizinische Klinik - Kardiologie, Hämostaseologie und Internistische Intensivmedizin, Heidelberg Prof. Dr. med. Anna Lena Hohneck

Partner Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Mannheim ZANA Technologies GmbH, Berlin Volumen 1,4 Mio. € (davon 84% Förderanteil durch BMFTR)

Laufzeit 11/2025 - 10/2028

Bekanntmachung Interaktive Technologien für eine geschlechtsspezifische Gesundheit (GeGe)